Chronik bedeutet eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die durch Generationen geschehen sind und soll Einsicht über das Geschehen geben.

Die Chronik unserer Kleingartenanlage beginnt mit der Entstehung der Kleingartenbewegung. Dieser wieder mit den Naturmenschen Florian BERNDL, der nicht nur das "Gänsehäufel " entdeckt hat, sondern auch die erste Kleingartenanlage Wiens, im Jahre 1904 in das Vereinsregister unter den Namen "Erster Lust und Nutzgartenverein", eintragen ließ.

Dieser Vereinsname hat noch heute für uns Kleingärtner die Bedeutung: Die Lust, uns in freier Natur zu bewegen, sie zu beobachten und zu gestalten.

Einen Nutzen aus den Garten zu ziehen, hat heute nur eine andere Bedeutung als damals. Früher haben die Kleingärtner die Lebensmittelversorgung in der Stadt wesendlich verbessert (das wäre auch heute innerhalb kürzester Zeit möglich).

Heute jedoch bietet der Garten den Bewohnern von Mietshäusern die Möglichkeit, aus ihrer Anonymität auszubrechen, Individualismus in seinem Garten zu zeigen und doch in einer echten Gemeinschaft zu Leben, auch das ist Nutzen.

Nun zur Entstehung unserer Kleingartenanlage:
Im Juni 1976 wurde mit Beschluss des Wiener Gemeinderates die rechtliche Basis geschaffen. Dies war der Abschluss einer Planungsphase, die erstmals vorsah, zur Strukturierung dieser Anlage Architekten beizuziehen.

 

Diese Architekten beschäftigten sich sicherlich zuwenig mit der Kleingartenbewegung , diese Planung zeigte eine Integration von Sport und Freizeiteinrichtungen in der Anlage, die dann allerdings aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht realisiert werden konnte.

Die verbleibende Struktur wurde nun abgeändert und dadurch entstanden jedoch wieder Probleme: Unsere überbreiten Strassen sowie zusätzliche Grünflächen und ein Überangebot von Parkplätzen. Auch der technischen Strukturierung wie die maximalste Lösung mit Strom, Wasser und Kanal, wurde die teuerste Variante gewählt.

Nach eineinhalbjähriger Aufschließungsarbeit fand die Verlosung der Parzellen an unsere Mitglieder statt. Am 7.Juli 1981 hatten wir im Haus der Begegnung in Floridsdorf die Gründerversammlung. Anwesend waren Landesverbandsobmann Wimmer, der auch die Begrüßung vornahm und den Vorsitz übernahm, weiters die Herren Landesverbandsobmann-Stellvertreter Anton Rostocil, Landesverbandsobmann-Stellvertreter Ing. Kurt Lieberzeit, Vereinspräsident Ing. Wilhelm Wohatschek sowie für die Bezirksorganisation XXI BO-Stellvertreter Schösser.

Bei der Sitzung wurde die erste Vereinsleitung gewählt :

Obmann Erich Zidar
1. Stellvertreter Hans Riedelmayer
2. Stellvertreter Peter Freisehner
3. Stellvertreter Erwin Büchele
Schriftführer Anna Thuy
Schriftführer Stv. Helga Lamatsch
Kassier Rudolf Obermayer
Kassier Stv. Helmuth Tischmann
Kontrolle Günter Regvart, Adolf Vojta, Franz Kritz

Wenn man in diesen Jahr durch die Anlage spazierte, konnte man beobachten, wie die Häuser aus der Erde wuchsen.
Die Bautätigkeit war enorm. Für die junge und etwas unerfahrene Vereinsleitung traten die ersten Probleme auf, sei es durch Unzulänglichkeiten, die bei der Aufschließung entstanden sind, oder auch bei Auskünften über den Hausbau. Weiters mussten 250 Unterpachtverträge und Mitgliedsbücher ausgestellt und vergebührt werden.

Unsere erste Jahresversammlung fand am 26. März 1982 statt. Bei dieser Sitzung konnte folgender wichtiger Beschluss gefasst werden:

Der Bau des Vereinshauses.
Das Jahr 1982 war sehr turbulent ! Kollege Freisehner schied aus beruflichen Gründen aus der Vereinsleitung aus. An seiner Stelle wurde Josef Pohansky kooptiert.

Einen Monat später schied Kollege Obermayer wegen beruflichen Gründen aus der Vereinsleitung aus.

Zu guter Letzt musste unser Obmann Erich Zidar sein Amt aus beruflichen Gründen zurücklegen.

Unsere 2 Jahresversammlung fand am 13. März 1983 statt. Hier wurden die ersten Pläne und die Finanzierung unseres Hauses vorgestellt. Auch der Antrag ein vollelektronisches Einfahrtstor zu installieren wurde beschlossen.

Am 7.Juni 1983: Spatenstich für das Vereinshaus.
Nun fing die Arbeit richtig an. Unsere Gruppenobmänner wurden beauftragt, abwechselnd die Überwachung der Bautätigkeit sowie die geleisteten Arbeitsstunden der Mitglieder aufzuzeichnen. Nach sehr kurzer Zeit zeigte sich jedoch, das diese Koordinierung nicht sehr günstig ist und es besser wäre wenn dies alles ein Mann beaufsichtigt.

Diesen Mann gab es und sein Name war Paul Novak. Liebevoll Pauli genannt, richtete er alles und der Rohbau und das Dach wurden noch in diesen Jahr fertig.

Am 16.Juni 1984 fand die Eröffnung unseres Vereinshauses statt!